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professionals.
al pacino und robert de niro spielen die hauptrollen in dem knapp dreistündigen
epos von michael mann. al pacino ist vincent hanna, leitender ermittler
im raub- und morddezernat des los angeles police department. robert de
niro spielt neill mccauley, profi-dieb und mastermind einer kleinen, aber
hochkonzentrierten gang. diese gang hat sich auf minutiös geplante
raubüberfälle spezialisiert, hinter denen logistik und wochenlange
vorbereitungszeit stecken. sie arbeiten streng nach stoppuhr, jeder handgriff
sitzt und ist teil eines bis ins kleinste detail geplanten ablaufes.
einziger schwachpunkt ist der neuzugang in neills truppe, der ebenso dumpfe
wie brutale waingro, denn er ist eher der
typ, der mit einer schrotflinte in schnapsläden rennt. welch folgenschwerer
fehlgriff dieser mann war, zeigt sich bei einem raubüberfall auf
einen geldtransporter, bei dem wegen waingros unbeherrschtheit drei tote
wachmänner zurückbleiben.
das blutbad ruft vincent hanna auf den plan, der von seiner profession
ebenso besessen ist, wie mccauley. am tatort nimmt hanna die witterung
auf und es beginnt eine dramatische jagd, die das innerste der beiden
männer tief erschüttern wird.
drama.
michael mann beobachet seine beiden hauptfiguren genau, zeigt ihre ähnlichkeit
und synchronisiert ihre äussere und innere bewegung perfekt. von
angesicht zu angesicht begegnen sich hanna und mccauley erst in der der
mitte des films. die anerkennung und der respekt, den beide füreinander
empfinden, wird jedoch schon zu beginn des films sichtbar.
in ihrer lebensphilosophie und lebensweise sind sie dermassen gnadenlos
und konsequent, dass ein leben ausserhalb ihres "berufs" kaum
noch möglich ist. ausgerechnet neill wird es sein, dem hanna in einer
der stärksten szenen des films das resultat seiner besessenheit andeutungsweise
offenbart.
"mein leben... nun, mein leben ist ein katastrophengebiet.
meine frau und ich, wir begegnen uns gelegentlich auf den trümmern
unserer ehe, meiner dritten. ich habe eine stieftochter, die völlig
kaputt ist, weil ihr richtiger vater ein absolutes arschloch ist. "
es ist die szene in einem coffeshop, in der sich vincent und neill gegenüber
sitzen, sehr zurückhaltend und dennoch mehr von sich preisgebend,
als beabsichtigt. sie endet damit, dass sie sich gegenseitig bescheinigen,
den anderen nicht zu verschonen, sollte man sich in die quere kommen.
der umstand, dass mann die soziale und soziologische landschaft um hanna
und mccauley herum detailliert nachzeichnet, macht heat zu einem film,
der weit mehr ist, als nur räuber und gendarm. erwähnenswert
ist die personenzeichnung der vielen nebenfiguren, die allesamt erstklassig
besetzt sind. die frauen in heat werden ausnahmslos als starke persönlichkeiten
gezeigt. sie sind alles andere als nur die anhängsel iherer männer
- manchmal scheint es sogar so, als wären sie die beherrschteren
in diesem drama. ganz im gegensatz zu den männern, die stellenweise
an ihrer eigenen männlichkeit zu zerbrechen drohen. |
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bildkunst.
stilistisch ist heat brillant
in szene gesetzt. die ästhetische und kunstvolle kameraführung
von dante spinotti beruht auf michael manns visueller vorstellungskraft,
die schon in filmen wie the last of the mohicans
oder später the insider für faszinierende
bilderwucht sorgte. die kamera verweilt oft und lange auf den gesichtern
der charaktere. messerscharf zeichnen sie sich vom verwischten hintergrund
ab und erzeugen tiefe und räumlichkeit. michael manns filme sind
kompositionen, die viel mit bildsprache arbeiten. die einstellungen der
totalen in heat sind häufig so angelegt, dass sie die weite der szenerie
erfassen und die einsamkeit und verlorenheit der figuren in ihr. tatsächlich
erinnern einige einstellungen an gemälde von
edward hopper.
die gewalt in heat mag auf manchen sehr abschreckend
wirken. der film ist sehr dialoglastig und gemessen an der langen spieldauer
machen die action-szenen nur einen relativ kleinen teil des films aus.
diese jedoch haben es in sich. nach dem spektakulären banküberfall
kommt es zu einem aufreibenden shootout in der innenstadt von los angeles,
der 12 minuten anhält. hier findet aber keine choreographie des ballerns
statt, wie man es von hollywood gewohnt ist. die strassenschlacht ist
ohne überflüssige slow-motions und nachträglich eingefügte
sound-effects inszeniert. dies verleiht der szene einen annähernd
dokumentarischen und schonungslosen realismus, der seinen zweck voll erfüllt.
insgesamt ist heat von einer unheimlich archaischen wucht, vor allem durch
das spiel von de niro und pacino.
die dichte athmosphäre, die epische erzählweise michael manns
und die grandiosen leistungen der schauspieler machen heat
zu einem thriller der absoluten spitzenklasse.
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